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Kunsthistorische Vortragsreihe
Donnerstag, 10.09.2026, 14.30 Uhr
Gabriele Münter (1877-1962)
Gabriele Münter, die 1897 ihre künstlerische Laufbahn zunächst traditionell an einer Damenkunstschule in Düsseldorf begann, traf 1901 in München Wassily Kandinsky, mit dem sie eine unkonventionelle Lebensgemeinschaft einging. Besonders die zeitgenössische französische Kunst hinterließ 1906/07 einen nachhaltigen Eindruck auf Gabriele Münter, die 1909 ein Haus in Murnau kaufte, das fortan im Sommer Treffpunkt für die künstlerische Avantgarde wurde. Als Mitbegründerin des „Blauen Reiters“ erlangte sie neben Marianne von Werefkin große Bedeutung und entwickelte eine eigenständige, abstrakte Malweise in leuchtenden, unvermischten Farben und starken Formen. Sie war eine aufgeschlossene und fortschrittliche Frau, die aber auch das Schicksal als entartete Künstlerin ereilte, die Ausstellungsverbot erhielt und erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Erscheinung trat.
Donnerstag, 24.09.2026, 14.30 Uhr
„Hätte ich es sagen wollen oder können, hätte ich nicht nötig, es zu malen.“ (Philipp Otto Runge)
1777 wird Philipp Otto Runge als neuntes Kind des Schiffsreeders und Kaufmanns Daniel Nicolas Runge und Magdalena Dorothea Runge in Wolgast geboren. Er wächst in einer protestantischen Umgebung auf und wird früh an die Literatur sowie Philosophie der Klassik und des Sturm und Drang herangeführt. 1795 beginnt Runge eine Kaufmannslehre in Hamburg, doch zwei Jahre später nimmt er Zeichenunterricht und beginnt schließlich 1799 sein Studium an der Kunstakademie in Kopenhagen. Nach seiner Studienzeit geht der Künstler 1801 zurück nach Wolgast, lernt in Greifswald C. D. Friedrich kennen, lässt sich aber in Dresden nieder. Dort begeistert er sich für die italienische Renaissance und die holländische Malerei. Zurückgekehrt nach Wolgast beginnt ab 1804 eine intensive Schaffensphase: Es entstehen detailreiche Radierungen, seine „Farben-Kugel“ als erstes dreidimensionales Farbsystem und schließlich seine berühmten Zeichnungen und Gemälde, die seine Auffassung von der „Landschaft“ als großer „Hieroglyphe“ verdeutlichen. Schließlich zieht der Künstler mit seiner Familie 1807 zurück nach Hamburg, wo er mit erst 33 Jahren an Tuberkulose verstirbt.
Donnerstag, 15.10.2026, 14.30 Uhr
Der unorthodox malende Barockkünstler Frans Hals (1582/83-1666)
1582/83 wurde Frans Hals in Antwerpen geboren. Die Familie musste aber 1585 in den Norden des Landes fliehen und wohnte ab 1591 in Haarlem. Man vermutet, dass er Schüler von Karel van Mander war, sicher trat er 1610 in die Haarlemer St. Lukasgilde ein. 1612 wurde er Mitglied der St. Joris-Schützengilde, deren Mitglied er bis 1624 blieb. Er erhielt aufgrund seiner gesellschaftlichen Position wichtige offizielle Aufträge, darunter mehrere Gemälde der Schützengilde. Bis ins hohe Alter schuf er Gruppenbildnisse von Regenten, und nach dem Tod von Rubens und Anthonis van Dycks wurde er der am meisten gefeierte Porträtmaler der Niederlande. Augenfällig ist sein rasch anmutender Pinselstrich, der in seiner Zeit einzigartig war und malerische Tendenzen des 19. Jahrhunderts vorwegzunehmen scheint. Dennoch musste er im hohen Alter wiederholt um finanzielle Unterstützung bei der Stadt Haarlem bitten. Am 1. September 1666 wurde er im Chor von St. Bavo zu Haarlem begraben.
Donnerstag, 29.10.2026, 14.30 Uhr
Vilhelm Hammershøi (1864-1916) – Der „dänische Vermeer“
Vilhelm Hammershøi ist bekannt für melancholisch anmutende Interieurs, Porträts, Landschafts- und Architekturdarstellungen, die oftmals an Arbeiten von James McNeill Whistler erinnern, die der Künstler sehr bewunderte. Als Vertreter des Symbolismus malte Vilhelm Hammershøi „Bilder, die im gebräuchlichen Sinne nichts darstellen…“, daher wird der Künstler auch häufig als der „Dänische Vermeer“ bezeichnet. 1905 kaufte der einflussreiche Berliner Kunsthändler Paul Cassirer mehrere Bilder von Hammershøi und widmete dem Maler 1906 eine Einzelausstellung in seiner Hamburger Galerie. 1910 wurde er zum Ratsmitglied der Kopenhagener Kunstakademie ernannt. 1914 erkrankte der Künstler an Kehlkopfkrebs, eine Krankheit, die ihn zunehmend schwächte und an der er 1916 in Kopenhagen verstarb.
Donnerstag, 21.01.2027, 14.30 Uhr
„Ich merkte, dass meine Art zu sehen, sich jeden Tag änderte.“ – Alberto Giacometti (1901-1966)
Der schweizerische Bildhauer, Zeichner und Maler zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Sein alleinstehendes Werk wurde zunächst beeinflusst durch die Kunst der Naturvölker und des Surrealismus, ehe es keiner Richtung mehr zuzuordnen war. Seine späteren räumlichen Konstruktionsfiguren weisen überlange Extremitäten auf. Diese eindringlichen Figuren mit ihrer Räumlichkeit beeinflussten die plastische Kunst. Speziell befasste er sich mit dem weiblichen Körper, wobei seine Gedanken stets um das Entstehen und die Form der Erscheinung kreisten. Das malerische Werk beinhaltet zahlreiche Bildnisse seines Bruders, seiner Frau und von Freunden, Landschaften, Stillleben sowie Atelierbilder. Vorherrschend besonders in den Bildnissen ist auch hier das Spannungsverhältnis der schlanken Gestalt zu Fläche und Bildraum. Mit vielen Beispielen wird sein umfangreiches Werk wie auch die bemerkenswerte Persönlichkeit beleuchtet werden.
Donnerstag, 18.02.2027, 14.30 Uhr
Lyonel Feininger (1871-1956)
Lyonel Feininger kam erst mit sechsunddreißig Jahren zur Malerei, nachdem er lange Zeit als kommerzieller Karikaturist für diverse deutsche, französische und amerikanische Zeitschriften tätig gewesen war. Ab 1909 war er Mitglied der Berliner Sezession, 1919 wurde er von Walter Gropius zur Gründung des Staatlichen Bauhauses nach Weimar berufen. Er entwickelte unter dem Einfluss des Kubismus und der Malerei Robert Delaunays seinen unverwechselbaren Stil - charakterisiert durch die geometrische Konstruktion des Bildraumes, die kristalline Auffächerung transparenter Flächen und die Reflexivität von Licht, Raum und Farbe. Nach seiner 1937 erfolgten Rückkehr nach New York entstand die Reihe der Manhattan-Bilder, die anschaulich belegen, wie fasziniert der Künstler auch von dieser Metropole gewesen war. Lyonel Feininger starb am 13. Januar 1956 in New York.
Gabriele Münter (1877-1962)
Gabriele Münter, die 1897 ihre künstlerische Laufbahn zunächst traditionell an einer Damenkunstschule in Düsseldorf begann, traf 1901 in München Wassily Kandinsky, mit dem sie eine unkonventionelle Lebensgemeinschaft einging. Besonders die zeitgenössische französische Kunst hinterließ 1906/07 einen nachhaltigen Eindruck auf Gabriele Münter, die 1909 ein Haus in Murnau kaufte, das fortan im Sommer Treffpunkt für die künstlerische Avantgarde wurde. Als Mitbegründerin des „Blauen Reiters“ erlangte sie neben Marianne von Werefkin große Bedeutung und entwickelte eine eigenständige, abstrakte Malweise in leuchtenden, unvermischten Farben und starken Formen. Sie war eine aufgeschlossene und fortschrittliche Frau, die aber auch das Schicksal als entartete Künstlerin ereilte, die Ausstellungsverbot erhielt und erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Erscheinung trat.
Donnerstag, 24.09.2026, 14.30 Uhr
„Hätte ich es sagen wollen oder können, hätte ich nicht nötig, es zu malen.“ (Philipp Otto Runge)
1777 wird Philipp Otto Runge als neuntes Kind des Schiffsreeders und Kaufmanns Daniel Nicolas Runge und Magdalena Dorothea Runge in Wolgast geboren. Er wächst in einer protestantischen Umgebung auf und wird früh an die Literatur sowie Philosophie der Klassik und des Sturm und Drang herangeführt. 1795 beginnt Runge eine Kaufmannslehre in Hamburg, doch zwei Jahre später nimmt er Zeichenunterricht und beginnt schließlich 1799 sein Studium an der Kunstakademie in Kopenhagen. Nach seiner Studienzeit geht der Künstler 1801 zurück nach Wolgast, lernt in Greifswald C. D. Friedrich kennen, lässt sich aber in Dresden nieder. Dort begeistert er sich für die italienische Renaissance und die holländische Malerei. Zurückgekehrt nach Wolgast beginnt ab 1804 eine intensive Schaffensphase: Es entstehen detailreiche Radierungen, seine „Farben-Kugel“ als erstes dreidimensionales Farbsystem und schließlich seine berühmten Zeichnungen und Gemälde, die seine Auffassung von der „Landschaft“ als großer „Hieroglyphe“ verdeutlichen. Schließlich zieht der Künstler mit seiner Familie 1807 zurück nach Hamburg, wo er mit erst 33 Jahren an Tuberkulose verstirbt.
Donnerstag, 15.10.2026, 14.30 Uhr
Der unorthodox malende Barockkünstler Frans Hals (1582/83-1666)
1582/83 wurde Frans Hals in Antwerpen geboren. Die Familie musste aber 1585 in den Norden des Landes fliehen und wohnte ab 1591 in Haarlem. Man vermutet, dass er Schüler von Karel van Mander war, sicher trat er 1610 in die Haarlemer St. Lukasgilde ein. 1612 wurde er Mitglied der St. Joris-Schützengilde, deren Mitglied er bis 1624 blieb. Er erhielt aufgrund seiner gesellschaftlichen Position wichtige offizielle Aufträge, darunter mehrere Gemälde der Schützengilde. Bis ins hohe Alter schuf er Gruppenbildnisse von Regenten, und nach dem Tod von Rubens und Anthonis van Dycks wurde er der am meisten gefeierte Porträtmaler der Niederlande. Augenfällig ist sein rasch anmutender Pinselstrich, der in seiner Zeit einzigartig war und malerische Tendenzen des 19. Jahrhunderts vorwegzunehmen scheint. Dennoch musste er im hohen Alter wiederholt um finanzielle Unterstützung bei der Stadt Haarlem bitten. Am 1. September 1666 wurde er im Chor von St. Bavo zu Haarlem begraben.
Donnerstag, 29.10.2026, 14.30 Uhr
Vilhelm Hammershøi (1864-1916) – Der „dänische Vermeer“
Vilhelm Hammershøi ist bekannt für melancholisch anmutende Interieurs, Porträts, Landschafts- und Architekturdarstellungen, die oftmals an Arbeiten von James McNeill Whistler erinnern, die der Künstler sehr bewunderte. Als Vertreter des Symbolismus malte Vilhelm Hammershøi „Bilder, die im gebräuchlichen Sinne nichts darstellen…“, daher wird der Künstler auch häufig als der „Dänische Vermeer“ bezeichnet. 1905 kaufte der einflussreiche Berliner Kunsthändler Paul Cassirer mehrere Bilder von Hammershøi und widmete dem Maler 1906 eine Einzelausstellung in seiner Hamburger Galerie. 1910 wurde er zum Ratsmitglied der Kopenhagener Kunstakademie ernannt. 1914 erkrankte der Künstler an Kehlkopfkrebs, eine Krankheit, die ihn zunehmend schwächte und an der er 1916 in Kopenhagen verstarb.
Donnerstag, 21.01.2027, 14.30 Uhr
„Ich merkte, dass meine Art zu sehen, sich jeden Tag änderte.“ – Alberto Giacometti (1901-1966)
Der schweizerische Bildhauer, Zeichner und Maler zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Sein alleinstehendes Werk wurde zunächst beeinflusst durch die Kunst der Naturvölker und des Surrealismus, ehe es keiner Richtung mehr zuzuordnen war. Seine späteren räumlichen Konstruktionsfiguren weisen überlange Extremitäten auf. Diese eindringlichen Figuren mit ihrer Räumlichkeit beeinflussten die plastische Kunst. Speziell befasste er sich mit dem weiblichen Körper, wobei seine Gedanken stets um das Entstehen und die Form der Erscheinung kreisten. Das malerische Werk beinhaltet zahlreiche Bildnisse seines Bruders, seiner Frau und von Freunden, Landschaften, Stillleben sowie Atelierbilder. Vorherrschend besonders in den Bildnissen ist auch hier das Spannungsverhältnis der schlanken Gestalt zu Fläche und Bildraum. Mit vielen Beispielen wird sein umfangreiches Werk wie auch die bemerkenswerte Persönlichkeit beleuchtet werden.
Donnerstag, 18.02.2027, 14.30 Uhr
Lyonel Feininger (1871-1956)
Lyonel Feininger kam erst mit sechsunddreißig Jahren zur Malerei, nachdem er lange Zeit als kommerzieller Karikaturist für diverse deutsche, französische und amerikanische Zeitschriften tätig gewesen war. Ab 1909 war er Mitglied der Berliner Sezession, 1919 wurde er von Walter Gropius zur Gründung des Staatlichen Bauhauses nach Weimar berufen. Er entwickelte unter dem Einfluss des Kubismus und der Malerei Robert Delaunays seinen unverwechselbaren Stil - charakterisiert durch die geometrische Konstruktion des Bildraumes, die kristalline Auffächerung transparenter Flächen und die Reflexivität von Licht, Raum und Farbe. Nach seiner 1937 erfolgten Rückkehr nach New York entstand die Reihe der Manhattan-Bilder, die anschaulich belegen, wie fasziniert der Künstler auch von dieser Metropole gewesen war. Lyonel Feininger starb am 13. Januar 1956 in New York.
Kurstermine 6
-
Ort / Raum
-
- 1
- Donnerstag, 10. September 2026
- 14:30 – 16:00 Uhr
- 2.03
1 Donnerstag 10. September 2026 14:30 – 16:00 Uhr 2.03 -
- 2
- Donnerstag, 24. September 2026
- 14:30 – 16:00 Uhr
- 2.03
2 Donnerstag 24. September 2026 14:30 – 16:00 Uhr 2.03 -
- 3
- Donnerstag, 15. Oktober 2026
- 14:30 – 16:00 Uhr
- 2.03
3 Donnerstag 15. Oktober 2026 14:30 – 16:00 Uhr 2.03 -
- 4
- Donnerstag, 29. Oktober 2026
- 14:30 – 16:00 Uhr
- 2.03
4 Donnerstag 29. Oktober 2026 14:30 – 16:00 Uhr 2.03 -
- 5
- Donnerstag, 21. Januar 2027
- 14:30 – 16:00 Uhr
- 2.03
5 Donnerstag 21. Januar 2027 14:30 – 16:00 Uhr 2.03 -
- 6
- Donnerstag, 18. Februar 2027
- 14:30 – 16:00 Uhr
- 2.03
6 Donnerstag 18. Februar 2027 14:30 – 16:00 Uhr 2.03
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Donnerstag, 10.09.2026, 14.30 Uhr
Gabriele Münter (1877-1962)
Gabriele Münter, die 1897 ihre künstlerische Laufbahn zunächst traditionell an einer Damenkunstschule in Düsseldorf begann, traf 1901 in München Wassily Kandinsky, mit dem sie eine unkonventionelle Lebensgemeinschaft einging. Besonders die zeitgenössische französische Kunst hinterließ 1906/07 einen nachhaltigen Eindruck auf Gabriele Münter, die 1909 ein Haus in Murnau kaufte, das fortan im Sommer Treffpunkt für die künstlerische Avantgarde wurde. Als Mitbegründerin des „Blauen Reiters“ erlangte sie neben Marianne von Werefkin große Bedeutung und entwickelte eine eigenständige, abstrakte Malweise in leuchtenden, unvermischten Farben und starken Formen. Sie war eine aufgeschlossene und fortschrittliche Frau, die aber auch das Schicksal als entartete Künstlerin ereilte, die Ausstellungsverbot erhielt und erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Erscheinung trat.
Donnerstag, 24.09.2026, 14.30 Uhr
„Hätte ich es sagen wollen oder können, hätte ich nicht nötig, es zu malen.“ (Philipp Otto Runge)
1777 wird Philipp Otto Runge als neuntes Kind des Schiffsreeders und Kaufmanns Daniel Nicolas Runge und Magdalena Dorothea Runge in Wolgast geboren. Er wächst in einer protestantischen Umgebung auf und wird früh an die Literatur sowie Philosophie der Klassik und des Sturm und Drang herangeführt. 1795 beginnt Runge eine Kaufmannslehre in Hamburg, doch zwei Jahre später nimmt er Zeichenunterricht und beginnt schließlich 1799 sein Studium an der Kunstakademie in Kopenhagen. Nach seiner Studienzeit geht der Künstler 1801 zurück nach Wolgast, lernt in Greifswald C. D. Friedrich kennen, lässt sich aber in Dresden nieder. Dort begeistert er sich für die italienische Renaissance und die holländische Malerei. Zurückgekehrt nach Wolgast beginnt ab 1804 eine intensive Schaffensphase: Es entstehen detailreiche Radierungen, seine „Farben-Kugel“ als erstes dreidimensionales Farbsystem und schließlich seine berühmten Zeichnungen und Gemälde, die seine Auffassung von der „Landschaft“ als großer „Hieroglyphe“ verdeutlichen. Schließlich zieht der Künstler mit seiner Familie 1807 zurück nach Hamburg, wo er mit erst 33 Jahren an Tuberkulose verstirbt.
Donnerstag, 15.10.2026, 14.30 Uhr
Der unorthodox malende Barockkünstler Frans Hals (1582/83-1666)
1582/83 wurde Frans Hals in Antwerpen geboren. Die Familie musste aber 1585 in den Norden des Landes fliehen und wohnte ab 1591 in Haarlem. Man vermutet, dass er Schüler von Karel van Mander war, sicher trat er 1610 in die Haarlemer St. Lukasgilde ein. 1612 wurde er Mitglied der St. Joris-Schützengilde, deren Mitglied er bis 1624 blieb. Er erhielt aufgrund seiner gesellschaftlichen Position wichtige offizielle Aufträge, darunter mehrere Gemälde der Schützengilde. Bis ins hohe Alter schuf er Gruppenbildnisse von Regenten, und nach dem Tod von Rubens und Anthonis van Dycks wurde er der am meisten gefeierte Porträtmaler der Niederlande. Augenfällig ist sein rasch anmutender Pinselstrich, der in seiner Zeit einzigartig war und malerische Tendenzen des 19. Jahrhunderts vorwegzunehmen scheint. Dennoch musste er im hohen Alter wiederholt um finanzielle Unterstützung bei der Stadt Haarlem bitten. Am 1. September 1666 wurde er im Chor von St. Bavo zu Haarlem begraben.
Donnerstag, 29.10.2026, 14.30 Uhr
Vilhelm Hammershøi (1864-1916) – Der „dänische Vermeer“
Vilhelm Hammershøi ist bekannt für melancholisch anmutende Interieurs, Porträts, Landschafts- und Architekturdarstellungen, die oftmals an Arbeiten von James McNeill Whistler erinnern, die der Künstler sehr bewunderte. Als Vertreter des Symbolismus malte Vilhelm Hammershøi „Bilder, die im gebräuchlichen Sinne nichts darstellen…“, daher wird der Künstler auch häufig als der „Dänische Vermeer“ bezeichnet. 1905 kaufte der einflussreiche Berliner Kunsthändler Paul Cassirer mehrere Bilder von Hammershøi und widmete dem Maler 1906 eine Einzelausstellung in seiner Hamburger Galerie. 1910 wurde er zum Ratsmitglied der Kopenhagener Kunstakademie ernannt. 1914 erkrankte der Künstler an Kehlkopfkrebs, eine Krankheit, die ihn zunehmend schwächte und an der er 1916 in Kopenhagen verstarb.
Donnerstag, 21.01.2027, 14.30 Uhr
„Ich merkte, dass meine Art zu sehen, sich jeden Tag änderte.“ – Alberto Giacometti (1901-1966)
Der schweizerische Bildhauer, Zeichner und Maler zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Sein alleinstehendes Werk wurde zunächst beeinflusst durch die Kunst der Naturvölker und des Surrealismus, ehe es keiner Richtung mehr zuzuordnen war. Seine späteren räumlichen Konstruktionsfiguren weisen überlange Extremitäten auf. Diese eindringlichen Figuren mit ihrer Räumlichkeit beeinflussten die plastische Kunst. Speziell befasste er sich mit dem weiblichen Körper, wobei seine Gedanken stets um das Entstehen und die Form der Erscheinung kreisten. Das malerische Werk beinhaltet zahlreiche Bildnisse seines Bruders, seiner Frau und von Freunden, Landschaften, Stillleben sowie Atelierbilder. Vorherrschend besonders in den Bildnissen ist auch hier das Spannungsverhältnis der schlanken Gestalt zu Fläche und Bildraum. Mit vielen Beispielen wird sein umfangreiches Werk wie auch die bemerkenswerte Persönlichkeit beleuchtet werden.
Donnerstag, 18.02.2027, 14.30 Uhr
Lyonel Feininger (1871-1956)
Lyonel Feininger kam erst mit sechsunddreißig Jahren zur Malerei, nachdem er lange Zeit als kommerzieller Karikaturist für diverse deutsche, französische und amerikanische Zeitschriften tätig gewesen war. Ab 1909 war er Mitglied der Berliner Sezession, 1919 wurde er von Walter Gropius zur Gründung des Staatlichen Bauhauses nach Weimar berufen. Er entwickelte unter dem Einfluss des Kubismus und der Malerei Robert Delaunays seinen unverwechselbaren Stil - charakterisiert durch die geometrische Konstruktion des Bildraumes, die kristalline Auffächerung transparenter Flächen und die Reflexivität von Licht, Raum und Farbe. Nach seiner 1937 erfolgten Rückkehr nach New York entstand die Reihe der Manhattan-Bilder, die anschaulich belegen, wie fasziniert der Künstler auch von dieser Metropole gewesen war. Lyonel Feininger starb am 13. Januar 1956 in New York.
Gabriele Münter (1877-1962)
Gabriele Münter, die 1897 ihre künstlerische Laufbahn zunächst traditionell an einer Damenkunstschule in Düsseldorf begann, traf 1901 in München Wassily Kandinsky, mit dem sie eine unkonventionelle Lebensgemeinschaft einging. Besonders die zeitgenössische französische Kunst hinterließ 1906/07 einen nachhaltigen Eindruck auf Gabriele Münter, die 1909 ein Haus in Murnau kaufte, das fortan im Sommer Treffpunkt für die künstlerische Avantgarde wurde. Als Mitbegründerin des „Blauen Reiters“ erlangte sie neben Marianne von Werefkin große Bedeutung und entwickelte eine eigenständige, abstrakte Malweise in leuchtenden, unvermischten Farben und starken Formen. Sie war eine aufgeschlossene und fortschrittliche Frau, die aber auch das Schicksal als entartete Künstlerin ereilte, die Ausstellungsverbot erhielt und erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Erscheinung trat.
Donnerstag, 24.09.2026, 14.30 Uhr
„Hätte ich es sagen wollen oder können, hätte ich nicht nötig, es zu malen.“ (Philipp Otto Runge)
1777 wird Philipp Otto Runge als neuntes Kind des Schiffsreeders und Kaufmanns Daniel Nicolas Runge und Magdalena Dorothea Runge in Wolgast geboren. Er wächst in einer protestantischen Umgebung auf und wird früh an die Literatur sowie Philosophie der Klassik und des Sturm und Drang herangeführt. 1795 beginnt Runge eine Kaufmannslehre in Hamburg, doch zwei Jahre später nimmt er Zeichenunterricht und beginnt schließlich 1799 sein Studium an der Kunstakademie in Kopenhagen. Nach seiner Studienzeit geht der Künstler 1801 zurück nach Wolgast, lernt in Greifswald C. D. Friedrich kennen, lässt sich aber in Dresden nieder. Dort begeistert er sich für die italienische Renaissance und die holländische Malerei. Zurückgekehrt nach Wolgast beginnt ab 1804 eine intensive Schaffensphase: Es entstehen detailreiche Radierungen, seine „Farben-Kugel“ als erstes dreidimensionales Farbsystem und schließlich seine berühmten Zeichnungen und Gemälde, die seine Auffassung von der „Landschaft“ als großer „Hieroglyphe“ verdeutlichen. Schließlich zieht der Künstler mit seiner Familie 1807 zurück nach Hamburg, wo er mit erst 33 Jahren an Tuberkulose verstirbt.
Donnerstag, 15.10.2026, 14.30 Uhr
Der unorthodox malende Barockkünstler Frans Hals (1582/83-1666)
1582/83 wurde Frans Hals in Antwerpen geboren. Die Familie musste aber 1585 in den Norden des Landes fliehen und wohnte ab 1591 in Haarlem. Man vermutet, dass er Schüler von Karel van Mander war, sicher trat er 1610 in die Haarlemer St. Lukasgilde ein. 1612 wurde er Mitglied der St. Joris-Schützengilde, deren Mitglied er bis 1624 blieb. Er erhielt aufgrund seiner gesellschaftlichen Position wichtige offizielle Aufträge, darunter mehrere Gemälde der Schützengilde. Bis ins hohe Alter schuf er Gruppenbildnisse von Regenten, und nach dem Tod von Rubens und Anthonis van Dycks wurde er der am meisten gefeierte Porträtmaler der Niederlande. Augenfällig ist sein rasch anmutender Pinselstrich, der in seiner Zeit einzigartig war und malerische Tendenzen des 19. Jahrhunderts vorwegzunehmen scheint. Dennoch musste er im hohen Alter wiederholt um finanzielle Unterstützung bei der Stadt Haarlem bitten. Am 1. September 1666 wurde er im Chor von St. Bavo zu Haarlem begraben.
Donnerstag, 29.10.2026, 14.30 Uhr
Vilhelm Hammershøi (1864-1916) – Der „dänische Vermeer“
Vilhelm Hammershøi ist bekannt für melancholisch anmutende Interieurs, Porträts, Landschafts- und Architekturdarstellungen, die oftmals an Arbeiten von James McNeill Whistler erinnern, die der Künstler sehr bewunderte. Als Vertreter des Symbolismus malte Vilhelm Hammershøi „Bilder, die im gebräuchlichen Sinne nichts darstellen…“, daher wird der Künstler auch häufig als der „Dänische Vermeer“ bezeichnet. 1905 kaufte der einflussreiche Berliner Kunsthändler Paul Cassirer mehrere Bilder von Hammershøi und widmete dem Maler 1906 eine Einzelausstellung in seiner Hamburger Galerie. 1910 wurde er zum Ratsmitglied der Kopenhagener Kunstakademie ernannt. 1914 erkrankte der Künstler an Kehlkopfkrebs, eine Krankheit, die ihn zunehmend schwächte und an der er 1916 in Kopenhagen verstarb.
Donnerstag, 21.01.2027, 14.30 Uhr
„Ich merkte, dass meine Art zu sehen, sich jeden Tag änderte.“ – Alberto Giacometti (1901-1966)
Der schweizerische Bildhauer, Zeichner und Maler zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Sein alleinstehendes Werk wurde zunächst beeinflusst durch die Kunst der Naturvölker und des Surrealismus, ehe es keiner Richtung mehr zuzuordnen war. Seine späteren räumlichen Konstruktionsfiguren weisen überlange Extremitäten auf. Diese eindringlichen Figuren mit ihrer Räumlichkeit beeinflussten die plastische Kunst. Speziell befasste er sich mit dem weiblichen Körper, wobei seine Gedanken stets um das Entstehen und die Form der Erscheinung kreisten. Das malerische Werk beinhaltet zahlreiche Bildnisse seines Bruders, seiner Frau und von Freunden, Landschaften, Stillleben sowie Atelierbilder. Vorherrschend besonders in den Bildnissen ist auch hier das Spannungsverhältnis der schlanken Gestalt zu Fläche und Bildraum. Mit vielen Beispielen wird sein umfangreiches Werk wie auch die bemerkenswerte Persönlichkeit beleuchtet werden.
Donnerstag, 18.02.2027, 14.30 Uhr
Lyonel Feininger (1871-1956)
Lyonel Feininger kam erst mit sechsunddreißig Jahren zur Malerei, nachdem er lange Zeit als kommerzieller Karikaturist für diverse deutsche, französische und amerikanische Zeitschriften tätig gewesen war. Ab 1909 war er Mitglied der Berliner Sezession, 1919 wurde er von Walter Gropius zur Gründung des Staatlichen Bauhauses nach Weimar berufen. Er entwickelte unter dem Einfluss des Kubismus und der Malerei Robert Delaunays seinen unverwechselbaren Stil - charakterisiert durch die geometrische Konstruktion des Bildraumes, die kristalline Auffächerung transparenter Flächen und die Reflexivität von Licht, Raum und Farbe. Nach seiner 1937 erfolgten Rückkehr nach New York entstand die Reihe der Manhattan-Bilder, die anschaulich belegen, wie fasziniert der Künstler auch von dieser Metropole gewesen war. Lyonel Feininger starb am 13. Januar 1956 in New York.
-
Gebühr65,00 €
- Kursnummer: 26M02610
-
StartDo. 10.09.2026
14:30 UhrEndeDo. 18.02.2027
16:00 Uhr - Geschäftsstelle: Markkleeberg
Dozent*in:
Dr. Marianne Risch-Stolz